Mittwoch, 30. November 2016

... oder YN eyn eysenhut?

Ja, da wäre er! Der unangekündigte Fortsetzungsartikel zu dem erst kürzlich erschienenen Artikel über meinen neuen Eisenhut. Nach der Angeberei und Protzerei mit neuen Rüstteilen und der ausgiebeigen Klopperei im Fachbereich Rüstungskunde auf FB soll nämlich noch etwas Hilfreiches folgen. Und das vor allem aus einem Grund: Ich hab was genäht!

Eisenhut (14.Jahrhundert) mit Innenfutter aus Leinen
(1) 14th century Kettle hat with hand-made helmet liner

Montag, 28. November 2016

... oder eyn eysenhut

... so heißt es (recht Y-reich) in einem Auszug aus dem Wiener Stadtrecht von 1422. Und wenn man meine Artikel über die Wiener Wehrbürger im 14. Jahrhundert gelesen hat (Und mal ganz ehrlich: Wer hat das nicht? Kein Wort jetzt. OK?) dann weiß man das.

 

Donnerstag, 17. November 2016

Man muss ned immer essen ....

... man kann seine Mittagspause auch anders verbringen. Arbeitend nämlich. Hab ich heute jedenfalls gemacht und ein bisschen an meinem Werkzeugsortiment gebastelt. Werkzeug kann man immer brauchen. Jetzt hab ich zwei Ahlen und meinen ersten Löffelbohrer .. und Hunger.

Fangen wir mit den Ahlen an. Die Ahle als Lederwerkzeug braucht man in unserem Hobby eh ständig, für Schuhe, Gürtel, Taschen oder Lederscheiden. Die gotischen Ahlen sahen eigentlich alle miteinander sehr ähnlich aus:

Ahle aus Schleswig, Eisen, 13 Jahrhundert
Iron awl, found in Schelswig, 13th century

Was wir sehen ist ein beidseitig ausgeschmiedetes Stück Eisen mit quadratischen Querschnitt bei dem mittig eine Verdickung sitzt. So kommt das linke Ende dann in das Heft der Ahle und das rechte, spitzere Ende ist zum Arbeiten. Und die Verdickung hilft, dass sich auch bei starkem Andruck der Ahlendorn nicht tiefer ins Holzheft bohren kann. Einfach und effizient. So mag ich das. Und die Anfertigung von solchen Dingen geht gerade noch innerhalb meiner mehr als beschidenen Schmiedekompetenz.

Leider hab ich in meiner von schweren Hungergefühlen geplagten ersten Arbeitsphase keine Fotos gemacht und so muss ich euch ein Bild vom fertigen Ahlendorn erst mal schuldig bleiben. Das hol ich dann mal in einem Follow-Up nach

Montag, 14. November 2016

God shave the queen

Also nach längerer pause soll es heute mal wieder um Messer gehen. Aber keine Angst ich zwirble nicht schon wieder irgendeine gewagte Plättchentechnik aus dem Ärmel sondern möchte mich hier mal mit dem Thema "Rasiermesser" (und in weiterer Folge der Kultur des Rasierens) auseinandersetzen.

Der Zugang zum Thema Rasur im Mittelalter, konkreter im Spätmittelalter und am konkretesten in der ersten Hälfte des 14.Jahrhundert ist nicht gerade einfach. Es gibt kaum Abbildungen die Männer bei der Rasur zeigen und die Textquellen geben zwar über das Rasieren und seine Abhaltung Auskunft erlauben aber keine Rückschlüsse auf das verwendete Messer.
Gerade deswegen sei mir mir ein Bild gestattet, und zwar aus dem Wolfenbüttler Sachsenspiegel der zwischen 1350 und 1360 entstanden ist: 

Bader oder Barbier um 1350
Barber around 1350, Sachsenspiegel

Der gute Mann, entweder ein Bader oder bereits ein spezialisierter Barbier/Scherknecht ist mit den Insignien seiner rasierenden Würde abgebildet, dem Rasiermesser und dem im zu Füßen liegenden Rasierbecken. Außerdem hat er noch ein Schwert ... das ist dann wohl für den ernstfall, also für Hipsterbärte gedacht.

Das Messer das er da (wohl in nicht ganz zart überzeichneter Übergröße) in den Klauen hält ist ein Rasiermesser alten Typs, wie man es auch bei früheren Abbildungen in mannigfaltiger Verwendung sieht. Eine Spezialisierung ist bei der Form nicht wirklich erkennbar.

Montag, 10. Oktober 2016

Der Becher mit dem Fächer

Also, ich mag Elche. Die schau'n immer so betropetzt aus. Aber gab es Elche in der Gotik? Ich kann die Elchfans da beruhigen: Es gab sie. In Skandinavien auf jeden Fall. Also ist der Kelch mit dem Elch schon mal belegt.

Portale gab es auch. Also keine Dimensionsverschiebungsdingsis in schillerndem Blauton sondern Kircheneingänge zum Beispiel. Damit können wir den Pokal mit dem Portal auch abhaken.

Wovon ich rede? Naja, ich hab so lange nicht gebloggt dass jetzt jede Menge raus muss. Und eine Sache ist das mit dem Hofnarren. Kennt den jeder? Danny Kaye? War ein Zeitgenosse von Errol Flynn. Aber gut. Den wollt ich ja nicht so gleich wieder hinter dem Ofen hervorholen. Bleiben wir also bei Danny Kay und Melvin Franks Meisterwerk "Der Hofnarr" aus 1955. Da sagte man schon so schön:

"We did research,
authenticity was a must!
Zooz, did we search.
And what did we find?
A lot of dust!"

Nun eindeutiger kann man die explizite Aufforderung zu quellenorientierter Arbeit wohl nicht formulieren. Wer will schon Danny Kaye widersprechen? Lediglich das etwas märchenmarkttaugliche Ende der Aussage lässt mich ein wenig an dieser Ikone meiner Jugend zweifeln. (Nein, ich seh zwar morgens so aus bin aber nicht 1945 geboren, aber die Filme gab es in den 80igern ständig im Fernsehen)

Donnerstag, 22. September 2016

Einfacher Dolch

Völlig fantasieloser Titel ohne Spaßfaktor für einen völlig uninspirierten Blogeintrag über einen Dolch:


Der hier gezeigte, einfache Dolch nimmt die Heftgestaltung des frühen 14. Jahrhunderts nach den Funden der Ostschweiz und setzt sie unspektakulär auf eine Stichklinge mit Mittelgrat. Die Schulterplatte aus Messing erfüllt einen rein funktionalen Zweck.

Montag, 19. September 2016

Ende g(H)ut, alle gut!!

Ich hab es ja unbedingt in meinem letzten Blogbeitrag (gibt's da eigentlich eine Szenwort dafür? Blogling? Blogerl?) vollmundig ankündigen müssen: einen Hutbeitrag! Also legen wir los:

Hüte sieht man auf Abbildungen bei Männern der erste Hälfte des 14.Jhdt. eigentlich immer. Na, fast immer. Auf jeden Fall oft. Und in sehr vielen der Immer-fast-oft-Fälle ist es der aus Film- und Fernsehen so bekannte Robin-Hood-Hut. Ein einfacher Hut mit runder Kalotte und hochgebogener Krempe im hinteren Bereich der dann vorne spitz zuläuft. Robin-Hoodig halt. So wie der richtige, coole "HaHa!" Robin Hood mit Errol Flynn jedenfalls. Nicht wie der peinliche Hutverweigerer Kevin Kostner oder der Freiheitsschwafler par excellence, Russel Crowe. Alles hutloses Pack.

Nein, Errol Flynn .. das war einer. Frauenheld, Trinker, Kettenraucher, Raufhansl und er war ... Hut? Ach ja, es geht um Hüte!

Voll der junge Errol Flynn, oder? Na gut der mittelalte ... aber immerhin