Montag, 31. Juli 2017

Jetzt aber flott ... Lederwerkzeuge um 1350

Warum "flott" mag man sich jetzt fragen? Nun, das hat einzig und alleine den Grund dass heute der letzte Julitag ist und ich ohne diesen Beitrag echt ein Monat ohne Blogeintrag verbracht hätte. Pfui. Schande irgendwie.

Deshalb befassen wir uns heute ein wenig mit Lederwerkzeugen um 1350, also zum Ende der Hochgotik hin:

(1) Meine Lederwerkzeugrekonstruktionen nach Funden oder Abbildungen des 14.Jahrhunderts
My leather working tools, reconstructed after medieval findings or picture sources from mid-14th century


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Montag, 19. Juni 2017

Jetzt aber endlich .. Bunte Zelte!

Angefangen haben wir ja schon letztes Jahr mit der ersten Testreihe. Da wurde in Ölkasein, Öltempera, Eiweißtempera und was weiß ich noch alles erst mal ein Probestück bemalt. Dann hab ich das Probestück regelmäßig mit dem Schlauch abgespritzt und trocknen lassen .. und im nassen wie trockenen Zustand auf der Farbe herumgerubbelt.

Schnell zeigten sich die ersten K.O.-Kriterien:

- alles mit Öl in der Basis machte unschöne, fettige Randstreifen auf der Zeltleinwand
- Eitempera begann ohnehin gleich ganz einfach fröhlich zu schimmeln

Der Gewinner, die Kaseinfarbe, war hingegen von der Witterung, dem Wasser und vor allem meinen Abkratzbemühungen hingegen völlig unbeeindruckt. Und trotzdem musste der Kaseinanstrich trotz seines hart erkämpften Sieges noch einen ganzen Winter warten bevor er seinen Triumphzug antreten konnte. Der übrigens so aussah:

Mittwoch, 14. Juni 2017

Niklas der Zechmeister - ein Rekonstruktionsversuch

Prost! Zechmeister klingt ja schwer nach Alkoholiker. Ist es aber nicht, denn in der Tat hießen die "Zünfte" im Wien um 1350 nämlich "Zechen". Und einen Vorsteher so einer Zeche möchte ich mit meinem neuen Rekonstruktionsversuch einer hochgotischen Alltagskleidung angehen.

(1) Wohlhabender Wiener Handwerker um 1350
A wealthy viennese Craftsman aorund 1350

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Samstag, 6. Mai 2017

Beim Bader

Wie befinden uns im Jahre 1340 n.Chr. Das ganze Mittelalter ist besetzt von Dreck, Blut und Eiter .... das ganze Mittelalter? Nein. Ein von renitenten Wienern bevölkertes, städtisches Badehaus hört nicht auf dem Klischeeschmutz Widerstand zu leisten ..

So oder ähnlich könnte man unsere Intention beschreiben als wir uns daran machten ein wenig Filmlicht in die Badekultur des 14.Jahrhunderts zu bringen. Dies ist also ein Blogbeitrag für den es ein Begleitvideo gibt. Klingt cool, oder? Na, man könnte auch sagen dieser Beitrag soll das erklären und vertiefen was man im Video zu sehen kriegt .. ein Buch zum Film also. Auch lässig!

Aber beginnen wir zuerst mit einem (wirklich) kurzen Abriss der Badegeschichte. Wer gerne mehr darüber erfahren möchte dem sei z.b. Birgit Tuchens "Öffentliche Badhäuser in Deutschland und der Schweiz im Mittelalter und der frühen Neuzeit" oder Maja Grafs "Städtische Badekultur im Mittelalter" ans Herz gelegt. Vor allem Fr. Tuchens Buch ist eine sprudelnde Quelle an Wissen über die Badekultur des Mittelalters und eine der Hauptquellen für unser Video und diesen Beitrag.

Die römische Badekultur mit Tauch- und Wannenbädern blieb auch nach dem Verfall der antiken Thermen lange in Klöstern und im adeligen Umfeld die Norm, so zeigt auch z.b. die Manessische Liederhandschrift Herrn Jakob von Warte beim Bad im Zuber. Im bürgerlichen und überraschenderweise auch dörflichen Umfeld setzte sich hingegen die (aus germanischer Tradition stammende) Schwitzbadekultur durch. Statt lustvollem Rumzubern mit Weintrauben und nackten Weibern hatten wir also ein paar schweißtreibende Drehtage mit alten, nackten und geruchvoll schwitzenden Männern vor uns. Tja, so ist das in der Living History. Kein Spaß weit und breit. 


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Donnerstag, 6. April 2017

Bei meinem Barte! Vermutlich

Wie schon im letzten Blogpost beschrieben geht am Samstag unser Belebung los. Und wir haben viel vor. An allen Ecken wird Kosmetik gebraut und wie wild gebastelt. Da ich jetzt nicht so das Händchen für Chemie habe (oder für Holz .. oder für Ton .. seufz) mach ich das was ich am Besten kann: Vorlagen suchen, begeistert sein, in die Werkstatt und gehen und loslegen:

Meine Rekonstruktion eines spätmittelalterlichen Buntmetallkamm aus einer Badestube in Hildesheim, um 1300
(1) My reconstruction of a late medieval brass comb from a public bath in Hildesheim, Germany. (approx. 1300)

Montag, 3. April 2017

Spieglein, Spieglein in der Hand ...

.. wer ist die Schönste im ganzen Land? Da kann die Antwort natürlich nur: "Meine Frau!" lauten. Natürlich sind die anderen Mädels bei der IG14 auch die reinste Augenweide. So schön sind die, dass wir es uns leisten können die Saisoneröffnung, traditionell auf der wunderbaren Bachritterburg in Kanzach begangen, ganz unter das Zeichen "Schönheit und Schönheitspflege - Hygiene und Kosmetik" zu stellen:

 

Montag, 20. März 2017

Was für eine junge Jungfer ...

Es gehen einem ja so langsam die Ideen aus. Alles ist schon irgendwie gebastelt, gerwerkt oder gemacht worden. Da trifft es sich dann gut wenn man eine Tochter hat die (historisch gesehen) langsam aber sicher ins vermittlungsfähige Alter kommt.

Und da mit dem zunehmenden Alter bei meinem Mädchen auch die Putzsucht ein wenig erwacht (Gott sei Dank NUR historisch, privat rennt sie rum wie ihr Vater) war es an der Zeit der "Jungfer" ein jungferliches Geschenk zu machen. Weil aber (historische) gutsituierte Jungmänner grad so knapp sind und das Interesse des Töchterleins nicht gerade für eine baldige Verlobung spricht (es sei denn mit Gerald von Riva oder Jacob Frye) dacht' ich mir ich mach ihr ein klassisches, gotisches Jungfrauensymbol: ein Schapel

Detail eines Buntmetallschapels, mit Blumendekor auf einem punzierten Messingreifen
(1) Detail of a brass circlet with flowers on a band with punched decoration